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Sonntag, 19. November 2017 @ 18:45 CET
   

Dijkstras Entwurf von Forth

NachrichtenIn comp.lang.forth haben ein paar Trolle über Edsger Dijkstra gelästert, und als Antwort darauf hat jemand das Paper von Dijkstra ausgegraben, das Chuck Moore möglicherweise (allerdings sicher indirekt über McCarthy) zu Forth inspiriert hat. Der Kern von Forth ist drin (also der Data+Return-Stack, RPN und die Space-Deliminatoren), inklusive Ansätze für ColorForth, denn Dijkstra macht im Verlauf des Papers die Unterscheidung zwischen Literals und ausführbaren Wörtern explizit - nicht mit einer Farbe, aber mit einem extra Buchstaben.

http://www.cs.utexas.edu/users/EWD/transcriptions/EWD00xx/EWD28.html

Das Paper ist von 1962, also erheblich älter als Forth. Dijkstra hat mit der Programmiersprache experimentiert, aber er sagt, es sei ihm zu schwer gewesen, sie zu benutzen. Auch sei sie total ineffizient. Er hat das nicht weiter verfolgt. Chuck Moore hat das weiter verfolgt.

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Dijkstras Entwurf von Forth | 2 Kommentar(e) | Neuen Account anlegen
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Dijkstras Entwurf von Forth
Autor: CodeParc am Sonntag, 25. November 2012 @ 15:40 CET

Es mag zwar stimmen, daß Dijkstra anerkanntermaßen wichtige Grundlagenarbeit auf seinem Gebiet geleistet hat, aber das macht ihn noch lange nicht zu einem unangreifbaren Heiligen. Die kontroverse um seine Ansichten läuft schon seit vielen Jahren über die Medien und hat inzwischen auch in der Fachwelt negative Spuren hinterlassen. Im Vergleich zu Moore blieb er zeitlebens immer ein Theoretiker, der nicht die kleinste Gelegenheit ausließ Softwareentwickler und deren Leistungen in Frage zu stellen.

Massive Kritik an ihm regnete es dabei aber nicht nur aus dem bekannten C-Lager, sondern vor allem auch von BASIC- und COBOL-Programmierern, und das zurecht! Ich habe durchaus Verständnis dafür, wenn er sich für strukturiertes, modulares Kodieren einsetzt und den bekannten GOTO-Befehl als möglichst zu vermeiden abstempelt, aber nicht wenn er diesen als eine Unmöglichkeit regelrecht verdammt. Noch schlimmer sind Äußerungen wie: "Object-oriented programming is an exceptionally bad idea which could only have originated in California", oder wie "It is practically impossible to teach good programming to students that have had a prior exposure to BASIC: as potential programmers they are mentally mutilated beyond hope of regeneration". So etwas bleibt eben nicht ohne Folgen, und so wird Dijkstra nun in so mancher Diskussion ganz offen als "ignorantes Arschloch" bezeichnet.

Es stimmt, Moore benutzte seine Erkenntnisse zur Entwicklung seines eigenen Rechenmodels. Er hätte aber genausogut ein anderes nehmen können, wenn dieses nicht existiert hätte, es war schließlich nicht das einzige. Ihm erschien eben Dijkstras Ansatz als Problemlösung am geeignetsten. Dabei wurde Forth von Moore in einem ausschließlich praxisbezogenen Umfeld weiterentwickelt und perfektioniert, was Dijkstra höchstwahrscheinlich nie geschafft hätte.